Ein Wandererlebnis der besonderen Art 

Fischwanderweg Kraichgau offiziell eröffnet

Mit seinen „sanften Hügeln“ bietet sich der Kraichgau zum Wandern geradezu an. Themenwege wie „Weinlehrpfade“, „Streuobstwege“ oder „Waldfühlpfade“ gibt es reichlich. Seit Samstag, 24. September, ist die „Kraichgauer Hügellandschaft“ um eine Attraktion reicher, den Fischwanderweg Kraichgau. Rund 80 Naturliebhaber, Wanderer und Neugierige waren der Einladung von Fischzucht-Betreiber Reinhard Abel gefolgt und erwanderten wahlweise die 11, 13 oder 18 Kilometer, gut ausgeschilderten Strecken.
 

Stadtbahnhaltestelle Münzesheim ist Ausgangspunkt

 

Nach einer musikalischen Einstimmung durch die Kraichtaler Blasmusikanten nahmen Mitglieder des Kraichtaler Odenwaldklubs die interessierten Gäste mit auf eine kurzweilige Reise. Ganz bequem ließen sich die Rundwege auch per Pferdekutsche genießen. Entlang der Strecke luden die vier beteiligten Fischweiher (Münzesheim: Naturfischzucht „Haubruch“, Bretten-Büchig: Angelpark Westermann, Gochsheim: Fischzucht Ernst und Forellenzucht „Leon´s Eck“) die hungrigen Wanderer zur Einkehr ein. Bei den beteiligten Fischweihern handelt es sich um traditionsreiche Anlagen, welche ursprünglich zum Kloster Maulbronn gehörten und seiner Zeit als Zwischenstationen beim Fischtransport von Speyer nach Maulbronn dienten. „Mit dem Fischwanderweg Kraichgau wollen wir auf die frühere Bedeutung der Fischzucht im Kraichgau hinweisen und eine alte Tradition neu beleben“, so die vier Initiatoren.
 

Strecke führt von Fischweiher zu Fischweiher

 

Vom Bahnhof Münzesheim aus führte die Strecke zur nahegelegenen Naturfischzucht „Haubruch“, bevor der Römerbrunnen St. Blasius inmitten des Frauenwalds von Oberacker erreicht wurde. Dort erwarteten „echte Römer“ in Originalgewändern - der „Beneficiarier“ alias Helmut Dörflinger aus Kraichtal und der „römische Bürger“ alias Wolfgang Fischer aus Stettfeld vom Freundeskreis Römermuseum Stettfeld e. V. - die Besucher. Wanderer mit guter Kondition nahmen jetzt die Abzweigung zum Angelpark Westermann in Bretten-Büchig, vorbei am Modellflugplatz mit Vorführung. Zurück über freies Feld konnten die Teilnehmer beim Kreisel in Oberacker einen herrlichen Weitblick zum Schwarzwald und Odenwald genießen. Direkt am Kreisel bot der Gleitschirmclub Kraichtal für alle Unerschrockenen Tandemflüge an. Wieder etwas ruhiger ging es dann bei der Fischzucht Ernst und bei der Forellenzucht „Leon’s Eck“ im Museumsstädtchen Gochsheim zu, das man durch einen der berühmten Kraichgauer Hohlwege erreicht. Neben friedlich weidenden Schafen auf den Streuobstwiesen für´s Auge, kamen auch die Gaumenfreunden mit zahlreich flüssigen „Versucherle“ aus Kraichgauer Äpfeln nicht zu kurz. Am Ende eines ereignisreichen Wandertages waren sich alle Beteiligten einig, dass Kraichtal mit dem Fischwanderweg Kraichgau um eine Attraktion reicher ist.
Zusammen mit der Stadt Kraichtal, dem Odenwaldklub Kraichtal e. V. und drei weiteren befreundeten Fischzucht-Betreibern hat Reinhard Abel - anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Stadt Kraichtal  - den Fischwanderweg Kraichgau realisiert. Die Wegstrecke kann ab sofort, dank der Ausschilderung durch Bezirkswegewart Jürgen Burkhardt vom Bezirk 9 der Wegewarte im Odenwaldklub - auf eigene Faust erforscht werden. Wanderer und Gruppen, die unterwegs eine Rast wünschen, melden sich bitte vorher rechtzeitig bei einer der vier Fischzuchten an. Die genaue Wegführung ist Teil des vor Kurzem neu erschienenen Stadtplans mit Rad- und Wanderkarte der Stadtverwaltung Kraichtal. Der Plan liegt in allen Bürgerbüros Kraichtal kostenlos aus oder kann unter Telefon 07250/77-44 angefordert werden.